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Stille... kennt man, oder?

Stille ist ein großes Wort. Stille ist nicht gleich Stille. Stille ist nicht das gleiche wie still sein. Die Stille stellt sich nicht automatisch ein, wenn keine Geräusche vorhanden sind. Stille ist nicht gleich nichts tun, die Augen schließen und ruhig dasitzen.


Stille ist ein Zustand der Kohärenz, des Gleichklangs, der Verbundenheit und dem Einssein mit sich selbst. Was bedeutet das nun?


Wir Menschen bestehen aus einem Körper, einem Verstand und einer Seele. Vielfach spüren wir unseren Körper erst, wenn er schmerzt, wir krank sind oder wenn wir uns überanstrengt haben. Tatsächlich ist unser Körper ein lebendiges eigenständiges Wesen, das permanent auf die Reize aus der Umwelt reagiert. Diese feinen und subtilen Körperreaktionen nehmen wir meistens nicht wahr. Nicht nur, weil wir viel zu viel Stress haben oder viel zu sehr mit unserem Verstand beschäftigt sind, sondern auch, weil wir verlernt haben die Sprache unseres Körpers zu verstehen und auf sie zu hören. Manchmal scheint sie sogar verstummt zu sein.


Was passiert nun, wenn wir uns hinsetzen, die Augen schließen und still sind? Wir hören plötzlich unseren Herzschlag, spüren unsere Verspannungen, unsere Rastlosigkeit, unseren Stress und unsere unterdrückten Emotionen und Gefühle. In einem Wort, unser Körper beginnt mit uns zu reden.


Die zweite Komponente unseres Menschseins ist unser Verstand. Wir kennen ihn gut, gebrauchen ihn täglich und loben seine intellektuelle Stärke und seine Logik. Nichts scheint ohne unsere Ration zu funktionieren. Betrachten wir unseren Verstand genauer, so ist auch er ein eigenständiges lebendiges Wesen innerhalb unseres Körpers und gleichzeitig gut getrennt und scheinbar ausgelagert von unserem Körper, in unserem Kopf. So steuert unser Kopf oder besser gesagt unser Gehirn nicht nur alle unsere Körperfunktionen, sondern schmiedet Pläne für die Zukunft, repetiert längst vergangene Geschichten und bestätigt abgespeicherte Glaubenssätze, Meinungen und Haltungen. Mit einem Wort er plappert unentwegt.


Was passiert nun, wenn wir uns hinsetzen, die Augen schließen und still sind? Unser Verstand redet weiter und freut sich dabei, dass wir ihm nun zuhören.


Die dritte Komponente unseres Menschseins ist unsere Seele. Unsere Seele beheimatet unser inneres wahres Wesen mit all unseren Talenten und Gaben. Aus ihr entspringt unser Potenzial, der göttliche Funke und unser Licht. In ihrer Mitte liegt die Quelle der Stille. Sie ist die leise Stimme in unserem Inneren, die wir erst hören, wenn wir uns ihr zuwenden. Auch sie ist ein eigenständiges und lebendiges Wesen, das unseren Körper ausfüllt und uns umhüllt. Sie ist der Raum zwischen den Atomen und der Raum innerhalb der Atome, mit all ihren Neutronen, Protonen und Elektronen.


Was passiert nun, wenn wir uns hinsetzen, die Augen schließen und still sind? Unsere Seele beginnt sich auszudehnen, zu reden und sich zu zeigen. Sie ergreift die Möglichkeit uns zurück in die Verbundenheit zu bringen und uns anzubinden an unser Potenzial.


Zusammenfassend kann man nun sagen, dass wenn ich mich hinsetze, die Augen schließe und still bin drei eigenständige lebendige Wesen in mir anfangen zu reden und sich zu zeigen beginnen. Auch, wenn das Außen still ist, so ist es in mir ganz und gar nicht still und wahrscheinlich auch nicht friedlich und schon gar nicht gemütlich. Es ist so ähnlich wie, wenn drei Kinder in einem Raum sind und jedes nach Aufmerksamkeit schreit und alle gleichzeitig Bedürfnisse äußern, die noch dazu alle prompt zu stillen sind. Als Elternteil kommt man in einer solchen Situation sehr schnell an seine Grenzen und wünscht sich nicht selten weit weg zu sein. Genau das tun wir dann oft in einer solchen Situation des Stillseins. Wir öffnen die Augen, stehen auf und fangen an uns zu beschäftigen um dem Lärm, das Durcheinander und die Emotionen in unserem Inneren nicht mehr zu hören und zu spüren. Somit ist still sein noch lange keine Stille.


Stille stellt sich ein, wenn unser Körperwesen, unser Verstand und unsere Seele gehört, gesehen und sich angenommen fühlen. Dadurch beenden sie ihre Geschichten und beginnen sich niederzulassen in das was jetzt ist. Sie hören nicht auf sich zu zeigen, im Gegenteil sie sind da, mit allem was sie sind und gemeinsam beginnen sie eine Geschichte zu erzählen, die nach einer Lösung, nach Verbundenheit und nach Vollkommenheit strebt. Der Körper, der Verstand und die Seele unterstützen sich dabei gegenseitig. Jeder öffnet sich für den jeweils anderen, lässt sich von dem jeweils anderen durchdringen und schenkt im Gegenzug dem anderen all seine Weisheit und Liebe.


In der Verbundenheit von Körper, Verstand und Seele erhebt sich die wahre Stille. Eine Stille, die voller Bewegung, Berührung und Freude ist. Eine Stille, die nährt, wärmt und beruhigt. Eine Stille, die versteht, tröstet und willkommen heißt. Eine Stille, die verbindet, eint und nachhause holt.


Diese Art der Stille entsteht spontan oder ist das Geschenk unserer Bemühungen, Frieden mit uns selbst zu finden. Sie kommt und besucht uns immer wieder, wobei ihre Besuche von mal zu mal länger werden. Ganz unbemerkt erkennen wir sie mit der Zeit in einem fließenden Fluss, im Rascheln von Blättern, im regelmäßigen tiefen Atmen eines schlafenden Kindes oder im emsigen Treiben von Insekten. So erkennen wir allmählich, dass wir Teil der Natur sind und somit untrennbar mit ihr verbunden und mit ihr verwoben sind. Das Bindeglied ist die Stille, aus der alles Leben, jede Bewegung und jedes Tun sich entfaltet.


Stille hat demnach nichts mit still-Sein zu tun. Das eine bedingt das andere, aber ist nicht das andere.




Hast du bereits Erfahrung mit Meditation und bist du neugierig was im Feld einer Gruppe in Stille sich zeigen mag, dann könnte der Begegnungsraum in Stille eine Möglichkeit für dich sein neue Erfahrung mit und in der Meditation zu machen.

Hast du Fragen, dann melde dich gerne telefonisch bei mir 0676 87 49 3207


Begegnungsraum für Frauen jeden ersten Montag im Monat um 18 Uhr

Begegnungsraum für Männer und Frauen jeden dritten Mittwoch im Monat um 9 Uhr

Begegnungsraum in Stille jeden vierten Mittwoch im Monat um 18 Uhr


Alle Räume finden bei mir in der Praxis statt. Zeitrahmen beträgt ca.90 Minuten. Energieausglich 15Euro, Teilnehmerzahl ist begrenzt, Anmeldung ist erforderlich



Die Stille ist etwas ganz Großes, Geheimnisvolles, Mysteriöses und Heiliges, die sich einstellt und nicht erzwungen werden kann, wenn sie jedoch in einem erscheint, nimmt sie einem mit in die Grenzenlosigkeit des Lebens.



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