Zusammenlegung von Klassen in Zeiten von Corona...

Donnerstag vor Schulbeginn erhalte ich eine Nachricht von der Direktion unserer Volksschule, dass die beiden zweiten Klassen, auf Grund der Abmeldung eines Schülers in den häuslichen Unterricht, zusammen gelegt werden und somit ab sofort 25 Kinder in der Klasse sind.


Die Regelung, dass der 26. Schüler die Klasse teilt, kenne ich und die daraus resultierenden Konsequenzen ebenfalls.

Ich bin irritiert, verärgert und zornig. Es ist eine bodenlose Frechheit und ein Schlag mitten ins Gesicht.


Es kann nicht sein, dass die Abmeldungen für die Schule bis Sonntag vor dem Schulbeginn stattfinden können und sich daraus Konsequenzen für Schüler und Lehrer an den Schulen ergeben.

Es kann nicht sein, dass wir seit eineinhalb Jahren sehen, wie schnell Gesetze, Regelungen und Ausnahmen beschlossen werden und nun auf bestehende Regelungen bestanden wird.

Es kann nicht sein, dass wir Milliarden von Euro ausgeben können, um die Maßnahmen zu finanzieren und nun anscheinend kein Budget für die Aufrechterhaltung der zwei Klassen vorhanden sein soll.


Ich trage seit eineinhalb Jahren die gesetzten Maßnahmen mit. Ich bin kein einziges Mal gefragt worden, ob ich sie für sinnvoll erachte oder nicht, ich bin auch nicht gefragt worden, wie es mir und meinen Kindern damit geht. Es hat mich auch keiner gefragt, wie ich mit der Angst und Panik meiner kleinen Tochter umgehe, wenn sie einmal niest oder jemand in ihrer Nähe kurz hustet. Es fragt mich auch keiner wie es mir geht, wenn meine größeren Kinder von der Schule nach Hause kommen und sich über die Maskenpflicht und die Testpflicht an den Schulen aufregen, ganz zu schweigen von den Gurgeltests.


Ich kenne es zu gut, wie man sich fühlt, wenn über einen bestimmt wird, wenn einem die Möglichkeit des Protestes genommen wird und wenn man sich zwischen zwei Übel entscheiden muss. Ich muss ab Montag nun wieder Tagtäglich zusehen, wie meine Kinder Maske tragen und sich testen müssen, um die Schule besuchen zu dürfen und dies alles unter dem Deckmantel der Freiwilligkeit. Durch das unermüdliche Loben der Kinder über die anscheinend gute Akzeptanz und das löbliche Mittragen der Maßnahmen, werden jedoch meiner Meinung nach vielfach die wahren Gefühle und Meinungen der Kinder missachtet und mit Füßen getreten.


Corona ist, wie wir sehen, keine harmlose Erkrankung.


Die psychischen Folgeerscheinungen auf Grund der Maßnahmen sind es auch nicht.


Es macht mich überaus traurig zu sehen, wie Kindern seit eineinhalb Jahren ihr freier und natürlicher Ausdruck nach Lebendigkeit und Verbundenheit beschnitten wird.

Es macht mich traurig zu sehen, wie Kindern auf der einen Seite vermittelt wird, eine eigene Meinung zu haben und auszubilden, und auf der anderen Seite erleben sie jedoch wie wenig konstruktiv diese eigene Meinung in diesem Bereich ist.

So wie Kinder ein Recht auf Bildung haben, haben sie auch ein Recht Kinder sein zu dürfen. Zu einer glücklichen Kindheit gehört die Unbeschwertheit, diese ist jedoch seit eineinhalb Jahren aus vielen Kinderleben verschwunden.


Ein afrikanisches Sprichwort besagt: „Es braucht ein ganzes Dorf um ein Kind zu erziehen.“


Somit ist die Schule ein Ort, an dem Kinder nicht nur Wissen vermittelt wird, sondern auch erzogen werden.

Umso erschreckender ist nun die gesetzte Maßnahme, Klassen nach eineinhalb Jahren Corona zusammenzulegen, da es so Regel ist.

Es ist Ihnen anscheinend klar, dass sich Wissenslücken in den vergangenen Monaten aufgetan haben. Was das großartige Angebot der Sommerschule rechtfertigt.

Wissenslücken, die auch entstanden sind durch die mangelnde Zeit, Erlerntes zu festigen und zu üben.

Kinder brauchen Sicherheit, Stabilität und einen regelmäßigen Rhythmus, was die gesetzten Maßnahmen für die Schulen rechtfertigen sollen, damit diese durchgehend geöffnet bleiben sollen.


Kinder brauchen aber auch ein Lernumfeld, das ihnen ermöglicht, sich zu konzentrieren und mit Begeisterung zu lernen. Eine Klasse, deren Größe nun um das Doppelte anschwillt, kann dies meines Erachtens nicht erfüllen. 25 Kinder machen mehr Lärm als 13 Kinder. 25 Kinder brauchen mehr disziplinäre Maßnahmen als 13 Kinder. Dies führt zu einer Überlastung des Lehrers, was sich auf das Einfühlungsvermögen und das Verständnis gegenüber den Kindern auswirkt und weiters zu einer vermehrten Reizüberflutung bei den Kindern, was sich negativ auf den Lernerfolg der Kinder auswirkt. Dadurch wird der Stress bei den Eltern erhöht, die angehalten werden, nicht motivierte Kinder zum Lernen zu motivieren.


Zusammengefasst:

Das gesundheitliche, psychische sowie das schulische Wohl der Kinder liegt, meines Erachtens, in der Beibehaltung der bestehenden kleinen Klassenverbände.


Die Zusammenlegung von Klassen sehe ich als einen Verrat an dem Lehrpersonal an, das sich außerordentlich um das Wohl und den Wissensstand der Schüler bemüht.


Mit der Zusammenlegung von Klassen werden Eltern hintergangen, die sich um das Wohl ihrer Kinder sorgen, die gesetzten Maßnahmen mittragen und sich nach Ruhe und Normalität sehnen.


Durch die Zusammenlegung von Klassen werden all jene kritischen Eltern, die ihre Kinder nun von der Schule abmelden, in ihrer Entscheidung bestärkt.


Ich bitte dringendst um die Aufhebung der Teilungszahlen für dieses besondere Schuljahr, von dem niemand weiß, wie es sich gestalten wird. Außerdem bitte ich eindringlichst, um die Beibehaltung, der für die Kinder gewohnten Klassenverbände mit ihrem vertrauten Lehrer. Ich bitte dies für das Wohl aller Kinder sowie für das Wohl aller, die direkt oder indirekt vom Infektionsgeschehen abhängig sind.


Mit freundlichsten

Grüßen Renate Konrad

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