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Achtung, Würde und Respekt

Das Wunder des Lebens ist kraftvoll, mächtig, überwältigend und gleichzeitig unendlich sanft, weich und unschuldig. Es strahlt die unendliche Liebe und Weisheit unseres Schöpfers aus. Mühelos findet es den Weg in unser Herz und berührt sanft aber bestimmt unsere Seele. Wir werden erinnert, dass auch wir ein Wunder sind. Dass auch wir bedingungslose Liebe und Weisheit in uns tragen. Dass auch wir weich und sanft sind und gleichzeitig ausgestattet sind mit einer Macht und Kraft, deren Aufgabe es ist das Leben und die Weisheit zu schützen. Demütig und zu tiefst berührt beuge ich mein Haupt und meine Knie mit den Händen am Herzen in Dankbarkeit Zeuge von solchen Wundern sein zu dürfen.


Gleichzeitig werde ich unendlich traurig, wenn ich sehe, wie mit den Wundern des Lebens umgegangen wird. Es macht mich traurig zu sehen, dass heranwachsende Babys als Zellhaufen gesehen werden. Es macht mich traurig, wenn ich Statistiken lese aus denen hervorgeht, dass jede sechste Frau in ihrem Leben zumindest einmal sexuelle Gewalt erlebt hat. Es macht mich unendlich traurig zu sehen, dass unsere Kinder ihre natürlichen Impulse nach Kontakt, nach frischer Luft und ihr gesundes Gefühl für Gesundheit unterdrücken.

Es macht mich traurig zu sehen wie wir mit unserer Natur umgehen. Es macht mich traurig zu sehen wie sehr wir das Leben selbst mit Füssen treten. Es macht mich traurig wie vehement wir unsere vermeintliche Vormachtstellung auf dieser Welt verteidigen.

Es macht mich traurig zu sehen wie sehr wir von Mutter Erde getrennt leben. Es macht mich traurig zu sehen wie sehr wir von dieser Trennung geprägt sind. Wie viel Ungerechtigkeit, Leid, Krankheit, Hass, Neid und Gier daraus entstanden ist und immer noch entsteht.

Es macht mich unendlich traurig zu sehen wie würdelos wir mit uns selbst, der Umwelt und mit unseren Mitmenschen umgehen. Es macht mich traurig zu spüren wie verletzend ein solches Verhalten und eine solche Haltung ist. Es verletzt das Leben selbst und die Liebe die wir sind.


Übernehmen wir doch endlich die Verantwortung für unsere Handlungen, Gedanken, Worte und Taten. Werden wir uns doch endlich bewusst was diese in uns, bei unseren Mitmenschen und in der Welt bewirken.

Hören wir doch endlich auf so zu tun als würden vermeintliche Kleinigkeiten keine Auswirkung haben. Hören wir doch auf Täter zu schützen in dem wir aufhören Sätze wie: „Ist ja eh nichts passiert“, zu sagen, obwohl in Wahrheit eine Menge passiert ist.

Nehmen wir unser Inneres und unsere innere Welt genauso wichtig wie unsere Äußere. Haben wir doch endlich den Mut wahrhaftig zu sehen und zu erkennen. Spüren wir doch endlich unsere Traurigkeit, unsere Verletzlichkeit und suchen wir nach der Würde, die in jedem von uns tief begraben ist. Graben wir sie aus und halten wir sie, wie wir ein keines Baby halten, in dem Wissen, dass sie nur so heilen kann.


Überdenken wir doch endlich unsere Mythen und Glaubenssysteme. Solange ich mit dem Finger auf einen anderen zeige passiert Entwürdigung. Solange ich glaube besser zu sein wie ein anderes Lebewesen geschieht Entwürdigung, Ausbeutung und Misshandlung.

Der Glaube an einen strafenden Gott, an eine Hölle und einer Erbsünde, von der wir erlöst werden müssen, ist immer noch omnipräsent in unserer christlich geprägten Kultur. Durch die Schuld Evas, einer Frau, sind wir alle aus dem Paradies verjagt worden. Dies ist nur ein Beispiel von einem Mythos, der tief in uns und unserer Gesellschaft verankert ist und aus dem sich unsere Sichtweise und Haltung über die Welt entwickelt hat.


Hören wir doch endlich auf von Schuld zu sprechen oder etwas „schön zu reden“ und fangen wir an die Dinge so anzunehmen wie sie sind und dann die Verantwortung über die daraus entstanden Reaktionen bei sich selbst zu suchen. Wir sind so viel mehr als nur Objekte des Zufalls.

Hören wir doch endlich auf uns als Objekt oder als Opfer zu sehen. Und hören wir auf andere Menschen als Opfer und Objekte zu behandeln, zu betrachten und zu sehen.


Erkennen wir doch endlich die unendliche Schönheit und Weisheit, die jedes Lebewesen beheimatet an. Lasst uns wieder als Teil von Mutter Erde leben. In Einheit mit ihr, den Elementen, dem Tierreich und dem Pflanzenreich. Lasst uns eine innere Haltung gebären, die Achtung, Respekt, Würde und Liebe ausstrahlt und jedem Lebewesen entgegenbringt. Lasst uns wieder das Leben in seiner reinsten und ursprünglichsten Form feiern.


Denn wir sind Leben und Liebe in seiner reinsten und ursprünglichsten Form.

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